Das Auswechseln von Möbelgriffen ist eine der einfachsten und wirkungsvollsten Methoden, um Küchen, Kommoden oder Schränken ein neues Gesicht zu geben. Doch bevor Sie im Baumarkt zuschlagen, müssen Sie den Lochabstand Ihrer alten Griffe genau kennen. Ein falscher Lochabstand führt zu unschönen Löchern oder wackeligen Griffen. In diesem Ratgeber zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie den Lochabstand messen, die passenden Griffe finden und typische Fehler vermeiden.

Warum der Lochabstand entscheidend ist
Der Lochabstand – auch Mittenabstand oder Befestigungsabstand genannt – gibt an, wie weit die beiden Bohrlöcher eines Möbelgriffs voneinander entfernt sind. Dieser Abstand muss exakt mit dem Lochbild Ihres Möbelstücks übereinstimmen. Die meisten Standardgriffe haben Lochabstände von 64 mm, 96 mm, 128 mm, 160 mm, 192 mm oder 256 mm. In deutschen Küchen und Möbeln sind 96 mm und 128 mm am häufigsten. Bei Griffleisten hingegen misst man die gesamte Länge zwischen den beiden Schraublöchern.
Wenn Sie einen Griff mit abweichendem Lochabstand montieren, müssen Sie entweder neue Löcher bohren (was oft schiefgeht) oder mit langen Abdeckplatten improvisieren. Beides ist aufwendig und kann die Oberfläche beschädigen. Darum: Messen Sie vor dem Kauf immer den Lochabstand der vorhandenen Griffe – oder, falls Sie neue Möbel kaufen, notieren Sie das gewünschte Maß.
So messen Sie den Lochabstand richtig
Sie benötigen ein Maßband oder Lineal, am besten mit Millimeterangaben. Bei Zweipunktgriffen messen Sie von der Mitte der oberen Schraube bis zur Mitte der unteren Schraube. Bei Bügelgriffen oder Stangengriffen messen Sie den Abstand zwischen den Mittelpunkten der beiden Befestigungslöcher. Achten Sie darauf, dass Sie nicht versehentlich den äußeren Rand des Lochs statt der Mitte messen. Ein kleiner Trick: Legen Sie das Lineal direkt an den Schraubenkopf an und lesen Sie den Wert ab.
Bei Griffleisten (Horizontalgriffen) messen Sie den Abstand zwischen den beiden sichtbaren Schraubenlöchern auf der Rückseite. Hier wird der Lochabstand oft in Millimetern angegeben, z. B. 160 mm oder 192 mm. Wenn Sie unsicher sind, messen Sie mehrmals nach. Ein häufiger Fehler: Verwechseln Sie den Lochabstand nicht mit der Gesamtlänge des Griffs. Die Gesamtlänge kann größer sein, da der Griff über die Schrauben hinausragt.
Die häufigsten Lochabstände und passende Griffe
In Baumärkten wie OBI, Bauhaus oder Hornbach finden Sie Griffe in den gängigen Lochabständen. Für 96 mm gibt es ein riesiges Sortiment an Metallgriffen (Edelstahl, Aluminium, Kunststoff) ab etwa 2,50 € pro Stück. 128-mm-Griffe sind typisch für größere Schubladen und kosten zwischen 3 und 8 €. Für 160 mm und 192 mm gibt es oft Stangengriffe aus Aluminium oder Holz. Achten Sie auf die Schraubenart: Die meisten Griffe werden mit Gewindeschrauben (M4) geliefert, die in die vorhandenen Gewindebuchsen passen. Manche ältere Möbel haben jedoch metrische oder Zoll-Gewinde – dann brauchen Sie passende Adapter oder neue Schrauben.
Wenn Sie den Lochabstand nicht genau messen können (z. B. weil ein Griff fehlt), nehmen Sie einfach das Maß zwischen den beiden vorhandenen Löchern im Möbel. Falls Sie einen schlecht zugänglichen Schrank haben, fotografieren Sie die Löcher mit einem Lineal daneben. Im Zweifel kaufen Sie einen universellen Griff mit variabler Bohrung – solche Modelle gibt es von Herstellern wie Hettich oder Blum (ca. 5–10 €).

Häufige Fehler beim Griffwechsel vermeiden
- Falscher Lochabstand: Der häufigste Fehler! Messen Sie immer zweimal. Notieren Sie sich das Maß und vergleichen Sie es mit der Griffform auf der Verpackung.
- Übersehene Gewindeart: Viele Möbelgewinde sind metrisch (M4), aber einige ältere haben Zollgewinde (1/4 Zoll). Prüfen Sie, ob die mitgelieferten Schrauben passen, sonst gibt es Spiel.
- Zu kurze oder zu lange Schrauben: Die Schrauben sollten etwa 8–10 mm ins Holz oder die Spanplatte greifen. Zu kurze halten nicht, zu lange stehen über oder sprengen das Material.
- Schrauben überdrehen: Verwenden Sie einen Schraubendreher per Hand, nicht den Akkuschrauber mit voller Power. Anzugsmoment: Handfest – wenn Widerstand spürbar ist, aufhören.
- Keine Unterlegscheiben oder Blindstopfen: Sollten Sie Löcher übrig haben, verwenden Sie farblich passende Abdeckkappen aus dem Möbelzubehör (ca. 2 € pro 10 Stück).
Häufige Fragen
Kann ich Griffe mit unterschiedlichem Lochabstand anpassen?
Wenn der neue Griff einen anderen Lochabstand hat, müssen Sie neue Löcher bohren – das ist heikel, da Sie exakt im gleichen Abstand bohren müssen. Eine einfachere Lösung: Kaufen Sie Griffe mit dem Original-Lochabstand. Falls Sie unbedingt einen anderen wollen, messen Sie den exakten Versatz und bohren Sie mit einer Bohrschablone. Bohrer 2 mm kleiner als die Schraube, dann Schrauben eindrehen.
Wo bekomme ich günstige Möbelgriffe?
Baumärkte wie OBI, Bauhaus oder Hornbach haben ein großes Sortiment ab etwa 1,50 € pro Griff. Online-Shops wie Amazon oder Möbelbeschläge.de bieten noch mehr Auswahl, oft günstiger. Achten Sie auf das Eurosymbol: Griffe aus Metall kosten meist 3–8 €, aus Kunststoff ab 1 €. Auch auf Flohmärkten oder bei Pfandhäusern gibt es gute Second-Hand-Griffe.
Muss ich das Möbel für den Griffwechsel ausräumen?
Nein, in der Regel nicht. Sie schrauben einfach die alten Griffe von innen ab. Die Schrauben sind meist außen am Griff oder von innen zugänglich. Bei Schubladen können Sie die Front oft abnehmen, um besser an die Schrauben zu kommen. Achten Sie darauf, dass die Schrauben nicht ins Möbel fallen – legen Sie ein Tuch darunter.
Fazit
Der Griffwechsel ist ein schneller, kostengünstiger Eingriff mit großer Wirkung. Der Schlüssel zum Erfolg ist der korrekte Lochabstand. Mit einem Maßband und etwas Geduld messen Sie diesen sicher. Wählen Sie dann Griffe aus dem reichen Angebot deutscher Baumärkte – für wenige Euro pro Stück. Vermeiden Sie die typischen Fehler wie falsches Gewinde oder überdrehte Schrauben, und schon verwandeln Sie Ihre Möbel im Handumdrehen. Greifen Sie zu!
Wenn im Zuge der Arbeiten auch ein neues Sofa oder Ecksofa ansteht, lohnt sich ein Blick auf aktuelle Modelle – so lässt sich das Budget realistischer planen.








